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last updated on
november, 26th
 
 
the NOTWIST: Shrink 
popnoise 

Diese Musik ist großartig. Noch nie sind gitarrenorientiertes Songwriting und jazzgeschulte Soundforschung so schlüssig und spannend und so wunderschön zusammengeführt worden, wie auf dieser Platte. 
Notwist, vor neun Jahren als Trio im Geiste eines J.Mascis geboren, hat sich permanent weiterentwickelt und ist auf seiner Reise mit dem vierten Album nun da angelangt, wo so viele hinwollen und nur ganz wenige hingelangen. Durch die Aufnahme von Martin Gretschmann (alias Console) als festes Bandmitglied haben sich die Grenzen, an die Notwist gestoßen waren bis zum Horizont verschoben. 
Die letzten Jahre erwiesen sich Markus und Micha Acher und Martin Messerschmid sowieso schon als die vielleicht musikalischste Indierockband der Gegenwart; was auf "Shrink"  aber nun zu hören ist, kommt einer Sensation gleich.

Um den altbekannten Notwist-Gitarren-Kern ranken sich trockene Jazz-Bläser und verspielte Elektronika. Die Platte durchzieht einerseits das Flair einer spannenden Klangreise und andererseits der ruhende Pol  zeitlos großer Popsongs. 

Wie leicht hätte der Mut zum Experiment, der Wille zur ymbiose von Melodie und Geräusch scheitern können; doch dadurch, daß die sägenden Gitarren ins zweite Glied getreten sind, schaffen die Gesangsmelodien ein genügend starkes Gegengewicht zu den merkwürdigen synthetischen Tönen und den aufregenden Melodiebögen von Bläsern, Streichern und Vibraphon. Wer sich um Stile und Szenen nicht kümmert und ein offenes Ohr für alle Richtungen egenwärtiger Musik ohne Grenzen hat, wird "Shrink" lieben.  
 

Holger Schmitz