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last updated on
november, 26th
 
 
NOTWIST: 12 (Community/I.R.S.)   
Hinternet Rezensionen [6-95]

Gäbe es so etwas wie die Indie Charts deutscher Bands, dann wären The Notwist aus Weilheim mit ihrer dritten full-length-CD von Platz 0 auf 1 gestartet, und die Konkurrenz hätte es sicherlich schwer, diesen Zustand in nächster Zeit zu ändern.   
Mit Superlativen, wie Geniestreich, sollte man im Allgemeinen vorsichtig umgehen, doch sind die Gebrüder Acher und Martin Messerschmid nahe dran, einen solchen fabriziert zu haben. Wer hätte gedacht, daß der Folge-Release zu 'Nook' stilistisch soviel anders geartet wäre? Das ehemalige Konzept, wuchtige Heavy- Metal-Riffs mit J. Mascis (Dinosaur Jr.)- artigem Gesang zu verquicken, hat zu Gunsten einer experimentielleren Songgestaltung abgenommen. Etwas verspielt waren The Notwist ja schon immer, aber nur im Spektrum ihrer klassischen Rockbesetzung (Gitarre, Baß, Schlagzeug, Gesang).
Die Songstrukturen bei '12' wurden um einige Arrangements mit Baßklarinette, Kontrabaß, Cello und diversen Samples erweitert, so daß vor allem eine größere Abwechslung als zuvor geboten wird. Dieser Umstand geht allerdings nicht zu Lasten von wunderschönen Melodien, die hauptsächlich aus der Feder von Markus Acher stammen. Er hat das gleiche, treffsichere Händchen für Hits, wie Kollege Krite (Speedniggs, Great Tuna, Sharon Stoned etc...), der bei '12' den drei Weilheimern mit Gesang und Orgel zur Seite stand. Die Kollaboration zwischen Ostwestfalen (Krite und Schneider) und Bayern hat schon auf der letzten Sharon Stoned funktioniert und es ist für eine deutsche Szene, die in den letzten Jahren kaum Unterstützung aus dem eigenen Land erfahren hat, umso wichtiger, wenn eine gegenseitige, musikalische Befruchtung, wie in diesem Fall, in Zukunft Nachahmer finden würde.   
Als besonderer Leckerbissen sind die ersten 5000 CDs mit einer Bonus-CD versehen. Auf ihr enthalten ist ein Remix von 'Torture Days', der durch den weiblichen Gesang von Cindy Dall (von Smog!) und das Arrangement sehr 'Tricky- mäßig' rüberkommt. Also auf die Plätze, fertig und ran an den Speck.


fred